Bienen unter Naturschutz - Tierschutz-Bußgeldkatalog 2018

Bienen und Wildbienen unter Naturschutz

Bußgeldkatalog Biene

Bußgeld für das Fangen, Verletzen, Töten von Wildbienen sowie für die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten
BundeslandBußgeld für Wildbienen
Baden-WürttembergBis zu 50.000 €
BayernBis zu 50.000 €
BerlinBis zu 50.000 €
BrandenburgBis zu 65.000 €
BremenBis zu 50.000 €
HamburgBis zu 50.000 €
HessenBis zu 50.000 €
Mecklenburg-VorpommernBis zu 20.000 €
NiedersachsenBis zu 50.000 €
Nordrhein-WestfalenBis zu 50.000 €
Rheinland-PfalzBis zu 5.000 €
SaarlandBis zu 10.000 €
SachsenBis zu 50.000 €
Sachsen-AnhaltBis zu 50.000 €
Schleswig-HolsteinBis zu 50.000 €
ThüringenBis zu 50.000 €

Sind Bienen vom Aussterben bedroht?

Bienen stehen im Naturschutz und Artenschutz laut Bundesartenschutzverordnung - ebenso wie Hornissen

Bienen stehen im Naturschutz und Artenschutz laut Bundesartenschutzverordnung – ebenso wie Hornissen

Bienen bzw. Wildbienen sind wichtige Tiere in unserem Ökosystem. Würde es diese kleinen Tiere nicht geben, wären etwa zwei Drittel der Nahrungsmittel auf der Welt mit ihnen verschwunden, so Robin Moritz, Präsident der European Society for Bee Research.

Aufgrund wichtiger Aufgaben, die die Biene übernimmt, ist das Interesse am Schutz der Hautflügler so groß. Neben der Honigproduktion bestäuben Wildbienen die Pflanzen, damit diese Früchte produzieren können. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schätzt, dass der monetäre Wert der Bestäuberleistung von Insekten in Europa bei rund 14,2 Milliarden pro Jahr liegt.

Bienen stehen unter Naturschutz, weil sie dafür sorgen, dass beispielsweise Tomaten, Obst oder Mandeln gedeihen. Dabei fanden Forscher heraus, dass eine Frucht größer wird, wenn eine Wildbiene die Blüte vorher öfter besucht. Aus diesem Grund ist es also wichtig, dass der Bestand der Tiere geschützt wird.

Zahl der Bienenvölker hat sich halbiert

Der Deutsche Imkerbund schätzt, dass sich die Zahl der Bienenvölker von 2,5 Millionen (im Jahr 1952) nun auf 1,4 Millionen reduziert hat. Aus diesem Grund stehen Wildbienen bzw. Bienen unter Naturschutz.

Die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) benennt Bienen als besonders geschützte Arten. Aus diesem Grund dürfen sie beispielsweise nicht in der Natur gefangen, beschädigt oder getötet werden. Wer dies tut, muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

Sollten Sie also zum Beispiel einen Bienenstock im Garten besitzen, den Sie loswerden möchten, dürfen Sie die Tiere nicht selbst umsiedeln. Ein regionaler Imker kann Ihnen hierbei weiterhelfen. Gift gegen Bienen ist absolut tabu. Sollte dies ein Nachbar bemerken, der sich dem Tierschutz verschrieben hat, kann er dies anzeigen. Je nach Bundesland fällt das Bußgeld bis maximal 60.000 Euro aus.

Wieso sind Bienen bedroht?

Bienen sind vom Aussterben bedroht - Hummeln auch

Bienen sind vom Aussterben bedroht – Hummeln auch

Bienen stehen unter Naturschutz, weil die industrielle Landwirtschaft immer weiter wächst.

Aus diesem Grund werden mehr Pestizide eingesetzt, die das Leben und die Nahrung der Bienen gefährden. Zusätzlich leidet die heimische Wildbiene an der Zerstörung wichtiger Lebensräume.

Ein weiterer Grund ist der fehlende Nachwuchs im Imkergewerbe. Besonders Osteuropa hat darunter zu leiden: Die Honiggewinnung war hier lange Zeit staatlich gestützt. Dies fiel nun jedoch weg.

Insgesamt gibt es über 560 verschiedene Wildbienenarten in Deutschland; darunter befinden sich beispielsweise auch die Hummel oder Wespen. Etwa die Hälfte der Arten steht auf der Roten Liste der Bienen Deutschlands, da sie als bestandsgefährdet gelten.

Zwar stehen Bienen unter Artenschutz bzw. Naturschutz, dennoch sind sie bedroht und bedürfen eines besonderen Schutzes. Aus diesem Grund gibt es einige Initiativen, die über bedrohte Wildbienenarten berichten. Eine davon ist beispielsweise „Deutschland summt!“, die wieder mehr Lebensräume für Bienen in Deutschland zur Verfügung stellen möchte.

5 Kommentare

  1. Ralph sagt:

    Guten Tag,
    mein Name ist Ralph aus (Name von der Redaktion anonymisiert).

    Seit einigen Jahren haben wir Insektenhotels auf dem Balkon,in denen sich vereinzelt Mauerbienen ansiedeln.
    Nun haben wir eine Mail vom Verwalter/Beirat erhalten in der steht
    die Forderung den Abbau der Insektenhotels weil wir angeblich Mauer“WESPEN“ ansiedeln und diese derzeit andere Anwohner stören.
    Unsere Mauerbienen waren in der Zeit von Anfang März bis Mitte Mai tätig und seitdem ist von Bienen nichts mehr zu sehen.
    Zudem muss ich sagen,wir haben einen sehr Bienen/Hummel freundlichen Balkon.
    Daher habe ich ein gewisses Unverständniss,das wir die Insektenhotels aufbauen sollen.
    Wespen haben wir dieses Jahr noch keine gesehen,dies ist nun das 3te Jahr.
    Und ansiedeln tut sich auch keine bei uns.Für uns ist die Sache nur ein Vorwand. Wir leben in einer sehr grünen Umgebung,mit vielen Gärten,Feldern und Wald.

    Was raten Sie uns ? Inwiefern greift bei ungewollter Entfernung der Bußgeldkatalog für Wildbienen?

    Bilder anbei.

    Viele Grüße,Ralph

    • tierschutz.bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Ralph,

      Mauerbienen zählen zu den Wildbienen, weshalb es diese zu schützen gilt. Ein Entfernen der Ruhestätte wird also in der Regel mit einem Bußgeld geahndet. Deshalb sollte darauf hingewiesen werden, dass es sich eben um Mauerbienen, und nicht um Mauerwespen handelt.

      tierschutz.bussgeldkatalog.org

      • Ralph sagt:

        Vielen Dank für die Antwort.Die Realität sieht meist anders aus.

        Der Hausverwaltung/Beirat ist bekannt,das es sich nicht um Wespen sondern um Mauerbienen handelt,aber es scheint denen egal zu sein. Auf Nachfrage wurde mir intern unter der Hand mitgeteilt,das es Mitglieder des Beirats sind,die die Insektenhotels nicht wünschen und die deshalb entfernt werden sollen.
        Die angeblichen Beschwerden von Nachbarn sind ein Vorwand und im Grunde nicht vorhanden.
        Die kommende Balkonbegehung des Beirats im März wird uns deshalb bestimmt wieder persönlichen Ärger bescheren.

        Auch interesiert es weder die Hausverwaltung/Beirat der Paragraph 39 des Bundesnaturschutzgesetzes nicht,wir konnten schon mehrfach in den Jahren beobachten das Hecken/Bäume in der Zeit 1.März -30.September von Gartenbauunternehmen massivst geschnitten wurden.
        Auf Nachfrage beim Hausmeister kam nur die Antwort,das er auch darauf hingewiesen hat das dies quasi nicht erlaubt ist aber sich aus der Sache raushält (Angst um seinen Job).

        Bedauerlich,das bei Hausverwaltungen und Wohnungseigentümer nicht der Naturschtuz im Vordergrund steht.

  2. Lucy sagt:

    Auch wir haben Insektenhotels und freuen uns über die fleißige Besiedelung.
    Schade ist es – dass der Grund für Gegenstimmen ausschließlich Dummheit ist.
    Den Unterschied der Insekten gehört doch auch zum Schulunterricht.
    Wildbienen stechen nicht sondern sind regelrecht scheu. Wespen z.B. nicht 🙂

  3. Bernd sagt:

    Hallo,
    das entfernen von Mauerbienen kann niemand verlangen und sie würden sich, ohne Grund, auch strafbar machen. Zudem geht es niemand etwas an, welche Insekten auf ihrem Balkon fliegen, auch den Eigentümer nicht und entscheiden kann er das schon gar nicht. Die angebliche Belästigung von Mauerwespen (Lehmwespen) ist großer Blödsinn. Alle Wespen, die Nisthilfen besiedeln, wie z.b. die Lehmwespen/Mauerwespen, sind einzeln lebende Wespen, die sich weder für Zucker, noch für Wurst interessieren, nicht stechen und auch niemand belästigen.
    „das Hecken/Bäume in der Zeit 1.März -30.September von Gartenbauunternehmen massivst geschnitten wurden.“
    leider in Deutschland erlaubt, private Grundstücke sind nicht davon betroffen, es sei den es leben bereit Tiere dort, dann wäre das ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz oder die Gemeinde besitzt eine eigene Baumschutzverordnung, dann wäre es möglicher Weise immer verboten.
    Viele Grüße und bei den Wildbienen einfach stur bleiben 😉

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