Hornissen unter Naturschutz

Bußgeldkatalog Hornisse

Bußgeld für das Fangen, Verletzen, Töten von Hornissen sowie für die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten

 Bußgeld für besonders geschützte Hornissen
Baden-WürttembergBis zu 50.000 €
BayernBis zu 50.000 €
BerlinBis zu 50.000 €
BrandenburgBis zu 65.000 €
BremenBis zu 50.000 €
HamburgBis zu 50.000 €
HessenBis zu 50.000 €
Mecklenburg-VorpommernBis zu 20.000 €
NiedersachsenBis zu 50.000 €
Nordrhein-WestfalenBis zu 50.000 €
Rheinland-PfalzBis zu 5.000 €
SaarlandBis zu 10.000 €
SachsenBis zu 50.000 €
Sachsen-AnhaltBis zu 50.000 €
Schleswig-HolsteinBis zu 50.000 €
ThüringenBis zu 50.000 €
Die Hornisse zählt laut Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) zu den besonders geschützten Arten. Deshalb kann für das vorsätzliche oder fahrlässige Anlocken, Fangen oder Töten einer Hornissenkönigin bzw. eines Hornissenvolkes ein Strafverfahren eröffnet oder sogar eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren und eine Geldstrafe verhängt werden.

Hornissen unter Naturschutz – Warum diese Tiere auch dem Menschen nützen

Einer der Gründe, weshalb immer häufiger von Wespenplagen gesprochen werden muss, ist die starke Dezimierung (Verminderung)der Hornisse (lat. vespa crabro). Die Hornisse zählt laut Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) zu den besonders geschützten Arten.

Auch auf dem Speiseplan der Hornissen: Bienen und Wespen.

Auch auf dem Speiseplan der Hornissen: Bienen und Wespen.

Sicherlich gehören Hornissen für die wenigsten Menschen zu den Lieblingstieren, aber sie erfüllen als Schädlingsbekämpfer eine wichtige Funktion im Tierreich und sind so auch für uns von größerem Nutzen, als die meisten vielleicht erwarten. In Deutschland steht seit den 1980er Jahren die Hornisse unter Naturschutz, um ihrer bis dahin starken Dezimierung entgegen zu wirken.

Ist die Hornisse gefährlich für den Menschen?

Seit Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, dass schon wenige Stiche der Hornisse einen Menschen töten können. Vermutlich schürt schon allein die schiere Größe der Tiere die Angst. Die Hornisse ist selbst eine Wespe, genauer ist sie die größte Faltenwespenart. Im Vergleich zu ihr erscheinen vielen sogar die aufdringlichen Arten Deutsche und Gemeine Wespe als weniger gefährlich.

Es ist jedoch erwiesen, dass Stiche und Gift der Hornisse weder gefährlicher noch schmerzhafter, sondern vergleichbar sind mit dem der kleineren Wespenarten. Der Stachel ist zwar, wie die Hornisse an sich, größer, doch die ausgeschiedene Giftmenge unterscheidet sich kaum. Die Drohnen (männliche Tiere) besitzen keinen Stachel.

Gefährlich ist der Stich einer Hornisse nur für die 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung, die auch auf andere Wespengifte allergische Reaktionen zeigen.

Wovon sich Hornissen ernähren

Während die ausgewachsenen Hornissen sich in der Hauptsache von Baum- und Pflanzensäften ernähren, – und nur in der Ausnahme von Fallobst – , werden ihre Larven mit allerlei Insekten gefüttert. Dazu gehören auch insbesondere ihre kleinen Verwandten – die Wespen. Sie sind also auch für die natürliche Bestandskontrolle anderer Insekten zuständig. So wird verständlich, dass Hornissen unter Naturschutz stehen. Haben Sie ein Hornissennest im Garten, werden Ihnen bei Kaffee und Kuchen vermutlich weniger Wespen das Essen verdrießen.

Nahrung der Hornissenlarven:

  • Wespen
  • Bienen
  • Spinnen
  • Raupen
  • Fliegen
  • Heuschrecken
  • u.v.m.

Das Verhalten der Hornisse

Doch Tatsache ist, das die Hornisse im Vergleich zu vielen anderen Wespenarten von Natur aus eher scheu ist und kein besonders starkes Verteidigungsverhalten zeigt. Darüber hinaus ist sie auch nicht so aufdringlich, wie ihre kleineren Verwandten, da Süßspeisen und/oder Herzhaftes nicht auf ihrem Speiseplan stehen. Deshalb fliegen sie nur selten in unmittelbare Menschennähe. Da Hornissen eher nachtaktive Tiere sind, bekommt sie der Mensch so nur selten zu Gesicht.

Größenvergleich zwischen Hornisse und Deutscher Wespe

 Hornisse Deutsche Wespe
Königinbis 35 Millimeterbis 21 Millimeter
Drohnebis 28 Millimeterbis 19 Millimeter
Arbeiterinbis 25 Millimeterbis 17 Milliemeter

Wie Sie sich in der Nähe von Hornissen verhalten sollten

Beliebte Nistplätze der Hornisse sind Hohlräume wie zum Beispiel Baumhöhlen, Vogelnistkästen oder aber auch Rolladenkästen. Ihr Nest bauen sie aus morschem Holz zu großen Wabenstöcken auf. Im Hochsommer kann ein Volk bis zu 700 Individuen zeitgleich umfassen. Und auch wenn Hornissen eher friedliche Tiere sind, gelten bestimmte – selbsterklärende – Verhaltensregeln, wenn Sie sich in der Nähe eines Hornissennestes befinden.

Wie Sie sich in der Nähe eines Hornissennests verhalten sollten:

  • Sie sollten das Nest weder berühren, noch treten oder gar mit einem Stock manipulieren.
  • Nehmen Sie weder am Nest noch am Flugloch Manipulationen vor.
  • Vermeiden Sie hektische Bewegungen. Schlagen Sie auch nicht nach einzelnen Tieren.

Hornissen und der Artenschutz

Dürfen Sie ein Hornissennest vernichten oder umsiedeln? Die klare Antwort: Nein. Hornissen sind vom Artenschutz als besonders geschützte Art eingestuft worden und stehen somit unter Naturschutz. Sie dürfen in keinem Falle Hornissen vernichten oder selbst umsiedeln.

Die Nahrung ausgewachsener Hornissen besteht überwiegend aus Baum- und Pflanzensäften.

Die Nahrung ausgewachsener Hornissen besteht überwiegend aus Baum- und Pflanzensäften.

Neben gesundheitlichen Schäden – denn spätestens jetzt verliert auch die genügsamste Hornisse die Geduld – droht Ihnen auch ein erhebliches Bußgeld. Möglich sind Geldstrafen bis zu 65.000 Euro, aber auch eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren – verschieden je nach Bundesland und Vergehen.

Deshalb setzen Sie sich rechtzeitig mit der zuständigen Naturschutzbehörde in Verbindung. Die Behörden senden im Notfall auch einen Fachmann, der die Umsiedlung von einem Nest vornehmen darf. Helfen Sie beim Hornissenschutz. Spätestens beim nächsten sommerlichen Grillabend werden Sie froh sein, dass es noch Hornissen in Ihrer Nähe gibt.

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