Massentierhaltung: So lebt ein Huhn in Deutschland

Bußgeldkatalog Huhn

Ordnungswidrigkeit bei der MassentierhaltungSanktion
Unhaltbare Zustände in einem BetriebBußgeld, Tierhalteverbot für das Unternehmen
Das Befinden der Tiere nicht fachmännisch prüfen, oder bei Bedarf keinen Tierarzt hinzuziehenBußgeld bis zu 25.000 Euro
Tote Tiere nicht aus den Ställen entfernenBußgeld bis zu 25.000 Euro
Tiere nicht täglich mit Futter und Wasser versorgenBußgeld bis zu 25.000 Euro
Nicht sicherstellen, dass jedes Tier Zugang zu Trinkwasser hatBußgeld bis zu 25.000 Euro
Zu viele Hühner auf zu engem Raum gehaltenBußgelder; Veterinäramt zieht Hühner ein
Produkt mit dem EU-Öko-Kennzeichen gekennzeichnet, obwohl die Produktion bzw. die Erzeugnisse nicht den EU-Richtlinien entsprechenFreiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe; Einziehung der Hühner
- fahrlässig begangenBußgeld bis zu 30.000 Euro; Einziehung der Hühner

Artgerechte Hühnerhaltung in Deutschland

In puncto Massentierhaltung der Hühner hat die EU ein Verbot ausgesprochen, weshalb die Legebatterien nicht mehr existieren dürfen

In puncto Massentierhaltung der Hühner hat die EU ein Verbot ausgesprochen, weshalb die Legebatterien nicht mehr existieren dürfen

Seit dem 1. Januar 2010 ist die Käfighaltung für Hühner verboten. Jedoch gab es Sondergenehmigungen, die dafür sorgten, dass die Käfighaltung von Hühnern ein Jahr länger durchgeführt werden durfte.

Ein Großteil der Besitzer von Einrichtungen zur Massentierhaltung der Hühner beantragte diese Sondergenehmigung, ein weiterer Teil hat bis heute noch nicht auf die Käfighaltung von Hühnern verzichtet.

Die Hühner in der Käfighaltung haben etwa allein so viel Platz wie ein DIN-A4-Blatt. Die Hühner-Legebatterie war in ganz Europa bis Ende 2011 erlaubt. Danach lief die Frist ab, weshalb es in Deutschland nun nur noch vier Formen der Haltung gibt.

Haltungsformen in Deutschland

In Deutschland leben derzeit etwa 100 Millionen Hühner, um Fleisch zu geben; Eier für die Menschen geben etwa 40 Millionen Hennen. Den Tieren wird einiges abverlangt. Werden sie krank, passiert es nicht selten, dass sie mit einer Vielzahl an Antibiotika gefüttert werden.

Neben der verbotenen Käfighaltung für Hühner gibt es vier Haltungsformen in Deutschland:

  • Ökologische Erzeugung,
  • Freilandhaltung,
  • Bodenhaltung und
  • Kleingruppenhaltung.

Artgerechte Hühnerhaltung mit der ökologischen Erzeugung

Die artgerechte Hühnerhaltung, welche auch von Tierschützern empfohlen wird, ist die ökologische Erzeugung. Die Bauern, die sich für diese Methode und gegen die Massentierhaltung der Hühner entscheiden, müssen die EG-Öko-Verordnungsrichtlinien erfüllen. Die Verordnung besteht seit Januar 2009 und regelt die ökologische und biologische Produktion und deren Kennzeichnung von Produkten.

Pro Stall dürfen nicht mehr als 3.000 Legehennen gehalten werden. Zusätzlich dürfen nicht mehr als sechs Hennen auf einen Quadratmeter Stallfläche kommen. Jede Henne hat eine mindestens vier Quadratmeter große Auslauffläche; der tägliche Auslauf ist ebenfalls vorgeschrieben.

Das Futter besteht aus ökologischen Ingredienzen, die vornehmlich aus dem eigenen Betrieb kommen. Im Krankheitsfall werden die Tiere bevorzugt mit Naturheilmitteln und homöopathischen Mitteln geheilt.

Wie erkenne ich artgerechte Hühnerhaltung an den Produkten?

Die Europäische Union schreibt vor, dass jedes Produkt, welches den Vorsatz „Bio“ im Namen trägt, auch aus einer ökologischen Produktion stammt. Zudem gibt es Bio-Siegel sowie das EU-Bio-Logo, welches ein Pflanzenblatt aus weißen EU-Sternen auf grünem Grund zeigt.

Hühner in der Freilandhaltung

Schweine, aber auch Hühner, leben in der Freilandhaltung

Schweine, aber auch Hühner, leben in der Freilandhaltung

Die Freilandhaltung für ein Huhn hat nicht nur Vorteile. Aufgrund der Bewegungsfreiheit kommt es oftmals zu Rangordnungskämpfen sowie einer erhöhten Infektionsgefahr. Aus diesen Gründen erfordert die Hühner-Freilandhaltung einen hohen Grad an Management seitens des Bauers. Sollten Sie Hühner im Garten besitzen, müssen Sie auch auf Infektionen achten. Zwar ist diese Art für viele Tierschützer zu bevorzugen, dennoch gibt es einige Nachteile, die es zu beachten gilt.

Die Vorteile, die dem jedoch gegenüberstehen, sind:

  • uneingeschränkter Auslauf tagsüber von vier Quadratmetern pro Tier
  • zum Großteil bewachsene Fläche im Außenbereich

Die Produkte vom in Freilandhaltung lebenden Huhn müssen dementsprechend gekennzeichnet sein. Auf der Eierverpackung beispielsweise sehen sie die Aufschrift „Freilandhaltung“. Diese Haltungsform ist auch bei Öko-Bauern von Schweinen oder Rindern beliebt.

Bodentierhaltung der Hühner

Die Bodenhaltung bei Legehennen oder Hühnern sondert sich insofern von den ersten beiden Haltungsarten ab, als das hier keine Auslauffläche geboten ist. Die Tiere leben in einem geschlossenen Stall, in dem sie sich laut Gesetzen frei bewegen dürfen.

In einem Quadratmeter dürfen sich neun Tiere befinden. Bei der Bodenhaltung für Hühner kommt es oftmals zu Rangordnungskämpfen und damit zu Verletzungen. Aus diesem Grund ist die Bodenhaltung bei Legehennen mit einem hohen Aufwand der Betreuung und Pflege versehen.

Die Bodentierhaltung der Hühner kommt für Tierschützer der Massentierhaltung gleich. Maximal 6.000 Legehennen dürfen in einem Stall leben. Oftmals überschreiten die Landwirte die Anzahl, sodass die Hühner in der Massentierhaltung leben müssen.

Zwar ist die Massentierhaltung bei Hühnern in Deutschland untersagt, dennoch kontrollieren die zuständigen Behörden zu wenig, sodass die Gefahr der Tierquälerei immer gegeben ist. Aus diesem Grund ist es für Verbraucher schwierig zu erkennen, ob das Produkt aus einer Massentierhaltung von Hühnern stammt.

Kleingruppenhaltung von Hühnern

Die Bodentierhaltung der Hühner wie auch andere Haltungsarten können Sie im Internet nachrecherchieren

Die Bodentierhaltung der Hühner wie auch andere Haltungsarten können Sie im Internet nachrecherchieren

Die letzte Form der Haltung von Hühnern ist die Kleingruppenhaltung. Diese Form ist neu und wurde aufgrund von wissenschaftlichen und praktischen Untersuchungen entwickelt.

Die Gruppengröße beträgt 20 bis 60 Tiere. Hennen unter einem Körpergewicht von zwei Kilogramm bekommen eine Fläche von 800 Quadratzentimetern zugewiesen; über zwei Kilogramm sind es 100 Quadratzentimeter mehr.

Der Hühner-Tierschutz bzw. Vereine und Experten bemängeln diese Haltungsart. Diese Form komme der Käfighaltung der Hühner und Legehennen gleich, da der Platz für ein Tier nicht viel höher als bei der Massentierhaltung vom Huhn ist.

2 Kommentare

  1. Leon sagt:

    Hallo…in unserem Dorf gibt es Leute die Hühner haben, aber allerdings ein loch im Zaun ist, wo die Hühner durch können…letztens habe ich 2 Hühner draußen gesehen, am nächsten Tag waren sie immer noch draußen…da habe ich bei den Leuten geklingelt und becheidgesagt…als blöde Antwort habe ich bekommen: ,,Jaja die gehen nur ein bisschen spazieren….das ist normal…ich werde mich kümmern…tschüß! “ ……..3 Tage später waren sie immernoch draußen…kann ich da jetzt irgendetwas machen ? Die Hühner vllt zu einem anderen Halter bringen ? Ich meine den Leuten sind sie ja egal…sie kümmern sich garnicht drum

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Leon,

      natürlich sollte als erstes das Gespräch gesucht werden. Sie können die betroffenen Personen ggf. darauf hinweisen, dass die Hühner auch ein Sicherheitsrisiko zum Beispiel für Fahrer sind. Die Hühner einfach zu entwenden, wäre jedoch Diebstahl. Falls sich die Situation nicht bessert, kann sich immer noch an das Ordnungsamt gewendet werden.

      Das Team von tierschutz.bussgeldkatalog.org

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