Rote Liste der Insekten

Bußgeldkatalog Insekten

Strenge oder besonders geschützte Insekten* töten oder verletzen

BundeslandBußgeld
Baden-WürttembergBis zu 50.000 €
BayernBis zu 50.000 €
BerlinBis zu 50.000 €
BrandenburgBis zu 65.000 €
BremenBis zu 50.000 €
HamburgBis zu 50.000 €
HessenBis zu 50.000 €
Mecklenburg-VorpommernBis zu 20.000 €
NiedersachsenBis zu 50.000 €
Nordrhein-WestfalenBis zu 50.000 €
Rheinland-PfalzBis zu 5.000 €
SaarlandBis zu 10.000 €
SachsenBis zu 50.000 €
Sachsen-AnhaltBis zu 50.000 €
Schleswig-HolsteinBis zu 50.000 €
ThüringenBis zu 50.000 €

*Besonders geschützte Insekten sind z.B.: alle heimischen Bienen und Hummeln, der Schwalbenschwanz, die Gottesanbeterin und der Goldkäfer. Streng geschützte Insekten sind z.B.: die Zwerglibelle, die Heideschrecke oder der Eichenbunt-Käfer

Gefährdete Insekten in Deutschland

Viele Insekten stehen auf der Roten Liste. Sie erfüllen im Ökosystem wichtige Aufgaben wie das Bestäuben von Blumen

Viele Insekten stehen auf der Roten Liste. Sie erfüllen im Ökosystem wichtige Aufgaben, wie das Bestäuben von Blumen

Insekten existieren in einer schier unüberschaubaren Vielfalt. Als Kategorisierung hat sich eine Einteilung in die folgenden Untergruppen bewährt:

  • Schmetterlinge
  • Hautflügler und Netzflügler
  • Käfer
  • Libellen
  • Fangschrecken und Springschrecken

In der Anlage 1 zur Bundesartenschutzverordnung, in der angegeben wird, welche Insekten in Deutschland besonders unter Artenschutz gestellt sind, sind die Insekten ebenfalls in diese Gruppen eingeteilt. Desweiteren findet sich eine Einteilung zwischen besonders geschützten und streng geschützten Insekten.

Diese Einteilung ist unabhängig von der Einordnung der gefährdeten Insekten in die rote Liste, die noch genauer angibt, in welchen Bundesländern Deutschlands welche Insektenart wie gefährdet ist. Auch zu anderen Tieren und zu Pflanzen werden in regelmäßigen Abständen rote Listen erarbeitet. Sie dienen dem Naturschutz als Gutachten.

Weitere interessante Informationen zum Thema Insekten:

Das Aussterben von Insekten gefährdet die Natur

Hunderte in Deutschland lebende Arten stehen unter Tierschutz. Damit ist es streng verboten, diese Tiere zu fangen oder gar zu töten. Schließlich ist so manche Art akut vom Aussterben bedroht. Insofern muss der Artenschutz für Insekten hier tätig werden und die Gefährdung dieser Tiere beheben.

Gerade weil Insekten als Nahrung für andere Tiere, wie z.B. Vögel, dienen, ist ihre Gefährdung für das gesamte Ökosystem eine Bedrohung. Auch die Bestäubung von Pflanzen wird durch Insekten durchgeführt. Das Aussterben von den entsprechenden Arten hat damit auf die Umwelt drastische negative Auswirkungen.

Artenschutz für Insekten

Die Rote Liste für Insekten hat keinen gesetzlichen Charakter. Trotzdem geben die roten Listen wichtige Impulse für den Tierschutz, da aus ihnen ersichtlich wird, welche Tiere in Deutschland stark gefährdet sind. Gerade die gefährdeten Insekten treten in einer solchen Vielzahl auf, dass die systematische Untersuchung des aktuellen Bestands in Form der Roten Liste wichtige Impulse für den Artenschutz abgibt.

Als Maßnahmen zum Insektenschutz führen die Naturschutzverbände folgende Möglichkeiten auf, die jeder einzelne selbst ergreifen kann:

  • Wenn Sie den Einsatz von Pestiziden vermeiden, leisten Sie einen immensen Beitrag zum Naturschutz.
  • Im Garten sollten Sie Hecken und Wildblumen wachsen lassen – je weniger Eingriffe in die Natur Sie vornehmen, desto vorteilhafter für Insekten, die laut der roten Liste als gefährdet gelten. Je größer die Vielfalt an den vorhandenen Pflanzen, desto mehr Tiere finden dort einen Lebensraum.
  • Zum Zwecke des Naturschutzes sollten Sie verblühte Stauden im Garten belassen. Auch dort können bedrohte Arten leben und sogar überwintern.
  • Keine Panik bei Insekten: Die meisten Arten sind völlig harmlos. Insekten, wie z.b. die Hornisse, stechen nur, wenn sie sich selbst bedroht fühlen. Niemand sollte aus Angst ein Insekt erschlagen, sondern es behutsam aus der Wohnung entfernen.
  • Falls in Ihrem Garten ein Hornissen- oder Wespennest zu finden ist, wenden Sie sich an das zuständige Landratsamt. Man wird es dann fachkundig entfernen. Sie dürfen das Nest nicht in Eigeninitiative zerstören. Das zieht ein Bußgeld nach sich; außerdem könnte ein wütender Insektenschwarm Sie angreifen und stechen.

Sind „Insektenvernichterlampen“ erlaubt?

Vögel nutzen Insekten als Nahrung. Der Artenschutz der Insekten ist auch für andere Tiere sinnvoll

Vögel nutzen Insekten als Nahrung. Der Artenschutz der Insekten ist auch für andere Tiere sinnvoll

Ein lauer Sommerabend im Garten könnte so schön sein, wären da nicht die Insekten, die durchaus störend sein können. Um das Problem zu beheben, werden im Handel besondere Lampen angeboten, welche die Insekten mit einem Stromschlag töten sollen.

Da hierbei auch gefährdete Insekten Opfer der Insektenlampen werden können, ist von ihrem Gebrauch abzuraten – schließlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Lampe auch jene gefährdeten Insekten tötet, die unter Artenschutz stehen. Da sehr viele Insekten auf der Roten Liste stehen, ist es auch ganz und gar nicht unwahrscheinlich, dass dies geschieht. Und das Anlocken, Fangen und Töten von besonders geschützten Tieren „mit künstlichen Lichtquellen“  oder mit  „elektronischen Geräten“ ist laut § 4 der Bundesartenschutzverordnung explizit verboten!

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