Vögel unter Vogelschutz

Bußgeldkatalog Vogelschutz

Einen wild lebenden Vogel fangen, verletzen, oder töten

BundeslandBußgeldBußgeld (streng oder besonders geschützte Vögel)*
Baden-WürttembergBis zu 15.000 € Bis zu 50.000 €
BayernBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
BerlinBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
BrandenburgBis zu 13.000 € Bis zu 65.000 €
BremenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
HamburgBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
HessenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Mecklenburg-VorpommernBis zu 20.000 €Bis zu 20.000 €
NiedersachsenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Nordrhein-WestfalenBis zu 50.000 € Bis zu 50.000 €
Rheinland-PfalzBis zu 5.000 € Bis zu 5.000 €
SaarlandBis zu 10.000 € Bis zu 10.000 €
SachsenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Sachsen-AnhaltBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Schleswig-HolsteinBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
ThüringenBis zu 50.000 €Bis zu 50.000 €

Nest oder Gelege von einem Vogel beschädigen oder zerstören
BundeslandBußgeldBußgeld (streng oder besonders geschützte Vögel)*
Baden-WürttembergBis zu 15.000 € Bis zu 50.000 €
BayernBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
BerlinBis zu 50.000 € Bis zu 50.000 €
BrandenburgBis zu 13.000 € Bis zu 65.000 €
BremenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
HamburgBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
HessenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Mecklenburg-VorpommernBis zu 20.000 €Bis zu 20.000 €
NiedersachsenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Nordrhein-WestfalenBis zu 50.000 € Bis zu 50.000 €
Rheinland-PfalzBis zu 5.000 € Bis zu 5.000 €
SaarlandBis zu 10.000 € Bis zu 10.000 €
SachsenBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Sachsen-AnhaltBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Schleswig-HolsteinBis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
ThüringenBis zu 5.000 €Bis zu 50.000 €

*Besonders geschützte Vögel sind z.B.: Truthahngeier, Kleiner Gelbkopfgeier, Großer Gelbkopfgeier, Rabengeier; streng geschützte Vögel sind z.B.: Eisvogel, Moorente, Weißstorch, Singschwan, Sturmschwalbe, Säbelschnäbler, Kiebitz.

Gefährdete Vögel in Deutschland

In Deutschland steht der Storch unter Naturschutz

In Deutschland steht der Storch unter Naturschutz

Amsel, Drossel, Fink und Star… Die verschiedensten Vogelarten gehören zu unserer heimischen Fauna. Um die Vielfalt der Vögel in Deutschland zu erhalten, gibt es verschiedene Initiativen zum Vogelschutz. Denn leider wird der Lebensraum von Vögeln durch die fortschreitende Bebauung von Brachflächen und die Intensivierung der Landwirtschaft immer weiter eingeschränkt.

Bedrohte Vogelarten in Deutschland

Die Rote Liste zu den Vögeln in Deutschland ist umfangreich: Über 100 Arten sind darauf verzeichnet, das ist fast jede sechste Vogelart in Deutschland. Doch die Vogelschutz-Initiativen haben die ein oder andere Art bereits vor dem Aussterben bewahrt. Vor einigen Jahren sah es beispielsweise für den Seeadler noch weitaus kritischer aus, als heute. Dagegen ist der Schreiadler weiterhin vom Aussterben bedroht. Die Arbeit der Naturschutzverbände zum Schutz von bedrohten Vogelarten ist weiterhin notwendig, um die stark gefährdeten Arten zu unterstützen. Ansonsten werden die vom Aussterben bedrohten Vögel vielleicht bald vollständig aus Deutschland verschwunden sein.

Die Rote Liste der Brutvögel Deutschlands gibt keine gesetzlichen Vorschriften zum Artenschutz vor. Sie bietet nur ein Gutachten zum Zustand der gefährdeten Vogelarten an. Das Bundesnaturschutzgesetz legt dagegen in verschiedenen Listen fest, welche Vogelarten auch gesetzlich in den besonderen Schutz aufgenommen werden. Die streng geschützten Vogelarten sollen durch verschiedene Maßnahmen des Vogelschutzes, die vom Gesetzgeber initiiert werden, vor dem Aussterben bewahrt werden. So können Naturschutzgebiete erreichtet werden, um den Vögeln ihren Lebensraum zurückzugeben. Gleichzeitig wird die Störung oder gar Tötung von bedrohten Tierarten mit drastischen Geldstrafen verfolgt.

Streng geschützte Vogelarten

Im Bundesartenschutzgesetz sind streng geschützte Vogelarten festgelegt

Im Bundesartenschutzgesetz sind streng geschützte Vogelarten festgelegt

Besonders gefährdet und deswegen geschützt sind laut der Anlage 1 zur Bundesartenschutzverfolgung folgende Vögel:

  • Truthahngeier
  • Kleiner und großer Gelbkopfgeier
  • Rabengeier

Vogelschutz durch Verbote beim Heckenschnitt

Seit 2013 gilt bundesweit ein Gesetz, das die radikale Beschneidung der eigenen Hecken verbietet. Zwischen dem 1.März und dem 30.September müssen die Gartenbesitzer bei der Pflege ihrer Hecken nachlässig sein, und auch Bäume dürfen in diesem Zeitraum nicht übermäßig beschnitten werden. Ansonsten droht ein Bußgeld. Die Vorschrift dient dem Artenschutz und dem Tierschutz. Denn die Hecken und Bäume stellen einen Lebensraum für gefährdete Vogelarten dar, weswegen dieser Lebensraum einem besonderen Schutz durch den Gesetzgeber unterliegt.

Artenschutz für Vögel – Was kann ich tun?

Wenn Sieselbst etwas für den Tierschutz tun wollen, und insbesondere vom Aussterben bedrohte Vögel retten möchten, dann sollten Sie in Ihrem Garten möglichst wenige kosmetische Veränderungen vornehmen und beispielsweise eine Hecke auch einmal wachsen lassen. Stellen Sie Nistkästen bereit, in denen Vögel brüten können. Wenn Sie etwas mehr Zeit investieren möchten, könnten Sie ein Futterhäuschen für die Vögel bauen. Katzenbesitzer sollten ein Auge darauf haben, dass ihr Haustier nicht Vögel bedroht.

Die EG-Vogelschutzrichtlinie

Alle Vogelarten, die in der EU vorkommen, sind unter dem besonderen Schutz der EG-Vogelschutzrichtlinie. Damit ist es generell verboten, wildlebende Vogelarten bei der Brut zu stören, einzufangen oder sogar zu töten. Auch die Nester der Vögel dürfen selbstverständlich nicht zerstört werden. Der Gesetzgeber hat sich außerdem verpflichtet, Schutzgebiete für Vögel zu schaffen, damit sie in der Natur weitere Rückzuggebiete erhalten.

Stehen Elstern unter Naturschutz?

Naturschutzgebiete sind in Deutschland durch die Naturschutzeule gekennzeichnet

Naturschutzgebiete sind in Deutschland durch die Naturschutzeule gekennzeichnet

Der Bestand der Elster in Deutschland war lange Zeit sehr gering, so dass man schon das Aussterben dieser Vogelart vermutete. Doch ab den 1920er Jahren konnte sich der Bestand erholen; zwar sank die Anzahl der Elstern in der Nachkriegszeit erneut, doch da Elstern die Fähigkeit besitzen, sich nach einer Reduktion der Population rasch wieder zu erholen, geht man momentan nicht von einer drastischen Gefährdung der Art aus. Trotzdem sind auch Elstern durch die EG-Vogelschutzrichtlinie unter besonderem Schutz gestellt. Bis 1976 durfte jeder Elstern jagen; seit Dezember 1976 genießt die Elster jedoch laut Naturschutzgesetz einen besseren Status. Das Jagen von Wildvögeln ist Laien grundsätzlich verboten.

Naturschutzgebiete für Eulen

Im Jahr 1950 wurde in Deutschland die sogenannte „Naturschutzeule“ etabliert. Damit gemeint ist ein Zeichen, welches ein Naturschutzgebiet kennzeichnet. Anders als das Zeichen suggeriert, leben in einem Naturschutzgebiet jedoch nicht nur Eulen. Die Naturschutzeule ist bundesweit nicht einheitlich gestaltet; in den alten Bundesländern ist auf dem entsprechendem Zeichen auch keine Eule, sondern ein fliegender Seeadler zu sehen.

6 Kommentare

  1. Desiree Arminter sagt:

    Hallo, Bußgeld für Nestentfernung.
    Bekomme ich schon ein Bußgeld, weil ich das alte Nest aus meinem Nistkasten entferne, nachdem die Vögel ausgeflogen sind? Damit tue ich schließlich was Gutes, damit nächstes Jahr wieder neue Vögle brüten können.
    Und wenn meine Katze einen verletzen Vogel bringt und ich den „einfange“, damit ich mit dem zum Tierarzt gehen kann, werde ich für meine Tierliebe auch noch bestraft?!
    Die Deutsche Gesetzesregelung ist manchmal echt ein Schwachsinn!

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo,

      theoretisch können Sie auch ein Bußgeld erhalten, wenn Sie ein Nest zerstören, das nicht mehr bebrütet wird. Denn Sie können nicht vorhersehen, ob die Vögel erneut dort brüten werden.
      Wir können uns nicht vorstellen, dass Sie eine Strafe befürchten müssen, wenn Sie mit einem verletzten Tier zum Tierarzt gehen; hier könnte man Ihnen schließlich nicht vorwerfen, dass Sie gegen den Tierschutz verstoßen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  2. Mandy T. sagt:

    Guten Tag!
    Wir leben in Rostock an der Ostsee, und haben demzufolge viele Möwen im Wohngebiet, die auf den Dächern der Häuser die Nester haben. Wie auch wieder dieses Jahr zwischen Mai und Juli ist dann der Nachwuchs geschlüpft, nun konnten wir beobachten das auf dem Dach des Mietshauses gegenüber ein Möwenpärchen zwei Kücken hat die keine Woche alt waren, im Haus fühlte sich jemand so gestört von den Möwen, dass er aufs Dach ging und die Jungen kurzerhand vom Dach jagte 5 Etagen hoch. Nun irrten die 2Kücken im Gebüsch am Haus umher die Möweneltern schriehen und jeder der sich auf dem Gehweg an den Kücken vorbei bewegte wurde attackiert, besonders Passanten mit Hunden, die die Welt nicht mehr verstanden und kleine Kinder die die Kücken sehen wollten begaben sich in Gefahr!
    Nun meine Frage, was kann ich tun damit das nicht die Regel wird, am Haus gegenüber?
    Mit freundlichen Grüßen

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Mandy,

      das Zerstören oder Beschädigen eines Geleges kann in Mecklenburg Vorpommern ein Bußgeld von bis zu 20.000 Euro kosten. Sie können ein entsprechende Meldung beim Naturschutzbund (NABU) vornehmen.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

  3. Christiane sagt:

    Guten Abend.Können Sie bitte helfen.In der Stadt Soest in Nordrhein-Westfalen werden seit Jahren täglich morgens und abends 365 Tage im Jahr sämtliche Singvögel Gejage,gehetzt,erschossen,mit Lasern bestrahlt.Keine Behörde tut etwas dagegen.Die Brutzeit wird missachtet.Nester nachts heimlich entfernt.Dort passieren so grausame Dinge.Ich bin schockiert,seitdem ich es erfahren habe.Warum hilft keiner?
    Was ist da bloß los?Das kann man doch nicht dulden.Es sind ja sehr hohe Geldstrafen angesetzt.Der Artenschutz von Saatkrähen,Dohlen,Teichhuhn…wird auch missachtet.
    Mein Informantin und ich wissen nicht weiter und freuen uns über jede Hilfe.

    • bussgeldkatalog.org sagt:

      Hallo Christiane,

      diesbezüglich sollten Sie sich an den Naturschutzbund und ihre örtlichen Behörden wenden. Diese werden dagegen vorgehen. Es sollte allerdings gemeldet werden.

      Die Redaktion von bussgeldkatalog.org

Verfasse einen neuen Kommentar